Vanderdecken’s Botschaft in die Heimath, Theil 3

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Vanderdecken’s Botschaft in die Heimath
oder die Gewalt der Verwandtenliebe, Theil 3 (von 3)
in: Morgenblatt für gebildete Stände [1821]

(laut Wikipedia die erste schriftliche Veröffentlichung über den Fliegenden Holländer in Deutschland)
(der Autor konnte nicht ermittelt werden, da die deutsche Übersetzung ohne Nachweis abgedruckt wurde; wurde in 3 Teilen veröffentlicht)

(aus dem Bestand der Uni-Bibliothek Düsseldorf)

(Beschluß)

Der unwillkommene Gast rang hier aufs neue die Hände, und schien zu weinen. „Das ist unmöglich,“ erwiederte er. Wir können euch nicht glauben. Wir haben lange hier herum getrieben, aber Vaterland und Verwandte sind nicht so leicht vergessen. Es giebt keinen Regentropfen in der Luft, der nicht seine Verwandtschaft mit dem andern fühlte, und sie fallen ins Meer zurück, um sich wieder mit einander zu vereinigen. Wie sollte denn das verwandte Blut seines Ursprungs vergessen lernen? Selbst unsere Körper sind ein Theil vom holländischen Boden, und Vanderdecken sagt, daß, wäre er nur einmal wieder zu Amsterdam, so wolle er lieber in einen steinernen, fest in den Boden gerammten Eckpfosten verwandelt werden, als daß er es wieder verliesse, wenn er anderswo sterben sollte. Inzwischen aber bitten wir euch nur diese Briefe mitzunehmen.“ Mehr

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Vanderdecken’s Botschaft in die Heimath, Theil 2

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Vanderdecken’s Botschaft in die Heimath
oder die Gewalt der Verwandtenliebe, Theil 2
in: Morgenblatt für gebildete Stände [1821]

(laut Wikipedia die erste schriftliche Veröffentlichung über den Fliegenden Holländer in Deutschland)
(der Autor konnte nicht ermittelt werden, da die deutsche Übersetzung ohne Nachweis abgedruckt wurde; wurde in 3 Teilen veröffentlicht)

(aus dem Bestand der Uni-Bibliothek Düsseldorf)

Indessen hatte weder der Sturm noch der Donner nachgelassen, und bald zeigte uns ein Blitzstrahl die bewegten Wellen um uns her, und in der Ferne den Fliegenden Holländer, welcher mit allen Segeln wüthend vom Sturme getrieben die Wogen durchschoß. Wir sahen dieses Schauspiel nur einen Augenblick lang, aber es war genug um den Reisenden alle Zweifel zu benehmen. Einer der Matrosen rief, „dort fliegt er hin mit gespannten Segeln.“ – Der Prediger hatte sein Gebetbuch heraufgebracht, damit er etwas daraus schöpfen möge, die verzagenden Gemüther zu stärken. Demnach nahm er seinen Sitz bey dem Kompaß, so daß das Licht auf die weissen Blätter des Buches fiel, und las mit Feierlicher Stimme das Gebet für die, so sich in Stürmesnoth befinden, vor. Die Matrosen standen mit gefalteten Armen um ihn her, und ihre Blicke zeigten, daß sie keine große Wirkung davon erwarteten. Wenigstens aber diente es doch dazu, die Aufmerksamkeit derer, welche sich auf dem Verdecke befanden, eine Zeitlang fest zu halten. Mehr

Vanderdecken’s Botschaft in die Heimath, Theil 1

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Vanderdecken’s Botschaft in die Heimath
oder die Gewalt der Verwandtenliebe, Theil 1
in: Morgenblatt für gebildete Stände [1821]

(laut Wikipedia die erste schriftliche Veröffentlichung über den Fliegenden Holländer in Deutschland)
(der Autor konnte nicht ermittelt werden, da die deutsche Übersetzung ohne Nachweis abgedruckt wurde; wurde in 3 Teilen veröffentlicht)

(aus dem Bestand der Uni-Bibliothek Düsseldorf)

Unser Schiff hatte das Vorgebirg der guten Hoffnung, das es auf der Fahrt berührt, wieder verlassen, und schon verloren wir den Tafelberg aus dem Gesichte, als die See höchst unruhig ward, welche bekanntlich dort stürmischer ist, als in irgend einer andern Gegend des bekannten Oceans. Das Wetter war trübe und nebelicht geworden, und der Wind, welcher vorher frisch gewehet hatte, fiel jezt zuweilen ganz und gar, um sich mit erneuerter Stärke wieder zu erheben und eine Zeitlang mit Heftigkeit zu blasen, bis er aufs Neue fiel, als regiere ihn irgend eine trübe Laune. Furchtbare Wellen kamen von Südosten her. Unsere Segel schlugen gegen die Masten, und das Schiff schwankte von einer Seite auf die andere und bewegte sich nicht von der Stelle. Um zwey Uhr Nachmittags hatten wir einen Windstoß von Donner und Regen begleitet. Die Matrosen fiengen an, unruhig zu werden und blickten ängstlich vorwärts. Sie sagten, wir würden eine unangenehme Nacht haben, und es sey nicht der Mühe werth, sich niederzulegen. Während einer der Offiziere einen Sturm beschrieb, den er bey dem Cap-Kace in Neufourndland erlebt, wurden wir plötzlich Alle von einem wüthenden Windstoß rücklings zu Boden geworfen. Mit wenigen aufgereften Segeln fuhren wir, bis es dunkel ward; dann aber hielt es der Kapitän am sichersten beyzulegen. Die Wache auf dem Verdecke bestand aus vier Mann, wovon einer an der Spitze aufpassen musste, indem das trübe Wetter uns nur auf eine kleine Entfernung von den Schiffsenden zu blicken erlaubte. Dieser Mann, welcher sich Tom Willis nannte, ging öfters auf das Verdeck, als sehe er sich nach etwas um, und wenn ihm die Andern zuriefen, nach was er sich umsehe, gab er keine bestimmte Antwort. Sie traten daher zu ihm und schienen erstarrt, ohne Anfangs etwas zu sagen. Dann aber rief einer: „geh’ Wilhelm, rufe die Wache!“ Mehr